Shutter Island

März 12th, 2010

Daher das ich die letzten Tage eher weniger Zeit hatte etwas zu schreiben und mit Steffen zusammen mir den Film “Shutter Island” angeschaut habe, habe ich ihn gebeten ein Review zu schreiben. Er hat sich auch gleich dran gesetzt und das ist das Ergebnis:

„Was liest du gerade?“
„Große Erwartungen.“
„Und, wie ist es?“
„Ich hab’ mir mehr davon erhofft.“

Ja, das habe ich mal ganz frech bei „Hot Shots“ geklaut, es passt aber irgendwie ziemlich gut zu dem faden Nachgeschmack, den der Kinobesuch zu „Shutter Island“ bei mir hinterlassen hat.

Worum geht es? Die beiden U.S. Marshalls Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) und Chuck Aule (Mark Ruffalo) sollen das eigentlich unmögliche Verschwinden einer Gefangenen aus ihrer Zelle auf Shutter Island untersuchen. Shutter Island ist, wie der Name vermuten lässt, eine Insel und zwar für geisteskranke Verbrecher bzw. in den meisten Fällen Mörder. Sowohl vom Aussehen, als auch von der Lage her nicht gerade das Traumziel eines Betriebsausfluges, trotzdem hat sich Teddy bemüht den Fall zugewiesen zu bekommen. Er ist nämlich auf der Suche nach seinem ehemaligen Hausmeister Laeddis, der noch immer nicht die Kellertür repariert hat. Okay, das war jetzt Quatsch. Viel übler ist Teddy aufgestoßen, dass der Typ Brandstifter ist und bei einem seiner Zündelanfälle ist nun unglücklicherweise auch Teddys Frau hopps gegangen. Jahrelang blieb Laeddis verschwunden, bis er auf Shutter Island eingewiesen wurde. Mehr als das Einlieferungsformular ist allerdings zuerst nicht auffindbar, die Hilfsbereitschaft des Personals lässt arg zu wünschen übrig und es wird zunehmend schwieriger auseinander zu halten, was wirklich passiert und was nur eine Wahnvorstellung Teddys ist. Der hat nämlich aufgrund seiner fiesen Kopfschmerzen immer brav das gereichte Aspirin geschluckt und weiß bald nicht mehr, was er glauben und wem er trauen kann. Der Zuschauer sieht sich natürlich mit den gleichen Problemen konfrontiert und so ist es eine Zeit lang nicht absehbar, wer welche Absichten verfolgt und wie das Ganze am Ende ausgehen wird. So soll es zumindest sein. Ich bin wirklich der letzte, der Filmenden vorhersehen kann, mich hat es ja sogar fast überrascht, dass die Titanic untergegangen ist…okay, ganz so schlimm ist es nicht, aber ich denke es macht klar, worauf ich hinaus will. Bei „Shutter Island“ war mir aber irgendwie schon nach knapp der Hälfte klar, wie sich das Ganze entwickeln würde, schon allein weil die ständigen Rückblenden und Wahnvorstellungen doch leider relativ eindeutig waren. Irgendwie hat das dem Film dann die Spannung genommen und das eigentliche Verwirrspiel war gar nicht so verwirrend wie beabsichtigt. Mal ganz davon abgesehen, dass sich die letztendliche Aufklärung auch ewig hingezogen hat. Am Besten gefallen hat mir eigentlich die letzte Szene, die hat das Ganze irgendwie nochmal aufgewertet.

Dem Film selber kann man dabei eigentlich gar nicht viel vorwerfen, das Problem dürfte wohl wirklich sein, dass ich mit falschen Erwartungen an die Sache herangegangen bin. Hätte man vorher etwas mehr über die Sache nachgedacht (ich vermeide nachdenken), wäre das vermutlich auch nicht passiert. Seit „Gangs of New York“ und „The Departed“ kann man ja ziemlich gut abschätzen, was bei einer Kooperation von Scorsese und DiCaprio herauskommt. Handwerklich praktisch makellose Filme mit durchweg guten bis sehr guten schauspielerischen Leistungen. Soweit ist auch „Shutter Island“ keine Ausnahme. Allein auf Grundlage der Trailer und der zum Teil doch gut versifft aussehenden Gefangenen (oder Patienten) habe ich allerdings gedacht der Film geht diesmal mehr in Richtung Horror als Thriller/Drama. Trugschluss.

Zwar kann man dem Ganzen mit gutem Gewissen noch den Zusatz „Psycho-“ geben, aber so spannend wie erhofft war der Film ja dann leider doch nicht. Und gerade in solchen Situationen lohnt es sich dann eben, mal zu schauen, was Regisseur und Darsteller bis dato so abgeliefert haben und spätestens da hätte einem halt klar sein können, was für einen Film man bekommt. Wobei ich halt immer noch nicht weiß, ob ich bezüglich des Endes einfach gut geraten habe oder es dem Drehbuch ankreiden kann. So richtig Spaß gemacht hat das so jedenfalls nicht, obwohl der Film selbst schon gut gemacht war.

Ist der Film jetzt empfehlenswert oder nicht?

Ja, eigentlich schon. Wobei ich von einem Kinobesuch abraten würde, lieber in ein paar Monaten in die Videothek des Vertrauens gehen und den Film mal ausleihen. Ich bin mir sicher, dass er vielen richtig gut gefallen wird, aber ebenso viele werden sicher auch etwas enttäuscht auf den Abspann schauen.

Zum Abschluss noch ein kleiner Zusatz zum Thema Kooperation von Regisseur und Schauspieler: Man werfe mal einen Blick auf den Trailer zur neuen „Robin Hood“ Verfilmung. Ridley Scott und Russel Crowe, hmmm. Fühlt sich da noch jemand an Gladiator erinnert?

Euer Steffen

No related posts.


Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply

Name (erforderlich)

Email (erforderlich)

Website

Speak your mind

    Wer schreibt hier?

    Hallo, also mein Name ist Frank, bin 25 Jahre alt und wohne in Hamburg. Neben dem Bloggen interessiere ich mich auch für das Gamen... Wenn man das denn so nennen darf. ;-) Am besten ihr schaut euch einfach mal ein wenig auf meiner Seite um. Für mehr Informationen über mich klickt hier.

    Get the Feed

    Ich kann auch mal bei euch vorbei rennen und euch die Feed's per Mail bringen. Dazu müsst ihr mir nur eure Mailadresse da lassen: